Arbeitsgruppe Mediationsforschung

Die Arbeitsgruppe Mediationsforschung ist am Arbeitsbereich Psychologie und Pädagogik (Leiter: Prof. Dr. P. Kaiser) in der Fakultät I der Universität Vechta angesiedelt.

Sie wurde gegründet um die „Prospektive Kieler Longitudinalstudie zu Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Mediation (PROKLOS)“  durchzuführen. Inzwischen werden hier weitere Forschungsaktivitäten im Zusammenhang Konfliktmanagement und Mediation betrieben und Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten sowie Ausbildungsprogramme für Mediatoren in Seoul, Hamburg und Vechta durchgeführt.

 

An der Arbeitsgruppe sind beteiligt

Bach, W., Vechta

Eisenkopf, G., Vechta

Gabler, A.M., Kiel

Kaiser, P., Vechta

Krist, N., Vechta

Lee, N., Seoul

Leitner, W.

Moon, Y., Seoul

Müller, J., Vechta

Norden, I., Kiel

Spiegel, E., Vechta

 

 

 

Die Prospektive Kieler Longitudinalstudie (PROKLOS)

Fragestellung
Zur Differenzierung der Qualitäten von Mediation haben wir das Modell von Donabedian weiterentwickelt. Wir unterscheiden

1. Strukturqualitäten, die sich auf stabile Merkmale von Verfahrensbeteiligten und Gegebenheiten beziehen; hierzu gehören unter anderem Persönlichkeitseigenschaften oder Kompetenzen von Personen, Systemkontext von Gerichten oder der Akteure, aber auch Beziehungsgeschichte der Parteien und Konfliktmerkmale

2. Prozessqualitäten, die sich auf die Art und Weise des von den Beteiligten gestalteten Mediationsverfahrens bezieht,

3. Ergebnisqualitäten, die durch Struktur- und Prozessqualitäten  beeinflusst werden,

4. Nachhaltigkeit bzw. Langzeitqualitäten, die sich vor allem an der Einhaltung der vereinbarten Regelungen und in Beziehung und Befinden der Parteien zeigen.

Dieses Qualitätsmodell hilft uns, die Erfolgsbedingungen von Mediation besser zu verstehen und Optimierungsmöglichkeiten zu ermitteln.

Vorgehen
In den Jahren 2010–2013 haben wir im Rahmen einer prospektiven Longitudinalstudie am Amts-gericht Kiel und am Landgericht Kiel 303 gerichtliche Mediationsverfahren unterschiedlicher Rechtsgebiete untersucht. Dabei wurden die beteiligten Parteien, Anwälte und Mediatoren vor der Mediation (T1), nach der Mediation (T2) und Parteien und Anwälte auch ein Jahr später (T3) schriftlich befragt.

 

Publikationen

Kaiser, P. (2018). Anmerkungen zum Mediationsbericht der Bundesregierung. Zeitschrift für Konfliktmanagement, 1, 25-29

Kaiser, P.; Gabler, A.M., Norden, I. (2017).  Wirkfaktoren für Qualität und Nachhaltigkeit von MediationErgebnisse einer Längsschnittstudie zu gerichtlicher Mediation und allgemeine Implikationen. In: Kriegel-Schmidt, K. (Hrsg). Mediation als Forschungsgegenstand. Auf dem Weg zu einer deutschsprachigen Mediationswissenschaft. Berlin: Springer. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-18257-1_28 + www.gueterichter-forum.de

Kaiser, P. & Gabler, A.M. (2015). Strukturqualität und Ergebnisqualität in der Mediation. Ergebnisse aus der Kieler Longitudinalstudie. Schleswig-Holsteinisches Oberlandesgericht. Schleswig-Holsteinische Anzeigen. http://www.schleswig-holstein.de/OLG/DE/Service/Anzeigen/Anzeigen.html

Kaiser, P. & Gabler, A.M. (2014). Prozessqualität und Langzeiteffekte in der Mediation. Zeitschrift für Konfliktmanagement, 6, 180-184

Kaiser, P.; Gabler, A. M.; Lehmann, F.; Meins, K. (2014). Emotionen im Konflikt  – Wirkfaktoren in der Mediation. In: Fischer, C. (Hrsg.) Grundlagen und Methoden der Mediation. München: Beck, 43-63