Psychotherapie und Beratung in Lebenskrisen

 

Psychotherapie

Psychotherapie (griech. psychotherapeía – seelische Behandlung, Betreuung) dient der Optimierung der Lebensqualität und psychologischer Hilfe bei psychischen Beeinträchtigungen.Dies geschieht durch Verbesserung der psychischen Funktionen und Kompetenzen sowie  der wesentlichen Beziehungen und Systemkontexte. Dabei geht es vor allem um
> Zunahme von Optimismus, Gelassenheit und  Selbstbewusstsein
> Zielerreichung in den wesentlichen Problemfeldern, Symptombeseitigung
> Optimierung der  Fähigkeiten zum Umgang mit sich und anderen

Therapieerfolg ist abhängig von einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Patient und Therapeut und von der Bereitschaft, aktiv an sich zu arbeiten und mit dem Therapeuten intensiv zu kooperieren. Dies bedeutet, sich ggf. über längere Zeit zum Teil auch unangenehmen, Themen und anstrengenden Übungen zu stellen. Diese Investitionen werden meist durch deutlich verbessertes Wohlbefinden und optimierte Lebens- und Beziehungsqualität belohnt.

 

Beratung in Lebenskrisen

Als „kritisch“ versteht man Lebensbedingungen und Situationen, bei denen die bislang praktizierten Lebenskonzepte kollabieren und gewohnte Resourcen und Kompetenzen versagen. Die Situation erscheint aussichtslos, was zu Hilflosigkeit und Verzweiflung führt. Dabei kommt es zu erheblichem Stress und zur Aktivierung des Alarmsystems im Gehirn, was den Zugriff auf die höheren geistigen Funktionen reduziert und zu „kopflosem“ Verhalten beiträgt. Stresserfahrungen können Gehirn und Immunsystem schädigen und das Risiko für Entwicklung, Gesundheit und Lebenserwartung erhöhen, je früher und je häufiger sie im Lebensverlauf vorkommen und je heftiger sie ausfallen (Auswirkungen auf Krankheitsanfälligkeit und Lebenserwartung; s. Kaiser 2008). Krisen stören die familiale Funktionsfähigkeit und Generationenbeziehungen und gefährden das Gedeihen der Kinder, deren spätere Lebenskonzepte und Schemata.
Krisen zwingen dazu, völlig neue Lebenskonzepte zu entwickeln. Typische Beispiele sind
> Trennung und Scheidung (siehe auch Paarberatung und Mediation)
> Unglücksfälle
> Gewalt und Missbrauch
> Vernachlässigung
> Tod oder Abwesenheit der Eltern/Haupt-Bezugspersonen
> Psychische Störungen, schwere Krankheit und Behinderung von Angehörigen
> Chronische Konflikte
> Arbeitslosigkeit oder Konkurs

Wenn man auf sich selbst gestellt ist, können schwere / lang dauernde Stressbelastungen sog. posttraumatische Belastungsstörungen und andere gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen. Daher ist es sinnvoll, möglichst frühzeitig, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Wir unterstützen Betroffene dabei, wieder Mut zu fassen und neue Kompetenzen, Lebenskonzepte und Schemata zu entwickeln um Ihr Leben neu gestalten und die anfallenden Aufgaben bewältigen zu lernen.

 

Vorgehen

Je nach Problematik arbeiten wir mit unterschiedliche Formen der Psychotherapie. In jedem Fall setzen wir uns einfühlsam und wertschätzend mit den Empfindungen, Lebenskonzepten und Modellvorstellungen in einzelnen Lebensbereichen sowie damit verbundenen unbewussten (neuropsychischen) Vorgängen und Hintergründen auseinander. Dabei werden auch der individuelle Entwicklungsverlauf und die körperliche Verfassung, automatisierte Verhaltensgewohnheiten und wichtige Lebenszusammenhänge und Systemkontexte, wie Familie oder Arbeitsbedingungen geklärt, um die Ursachen von psychischen Störungen bzw. Problemen oder suboptimaler Lebensqualität zu ermitteln und gegebenenfalls zu verändern (s. ausführlicher Kaiser & Onnen-Isemann, 2007; Kaiser, 2008).

Ausführliche Informationen erhalten Sie aus der Broschüre der Psychotherapeutenkammer „Wege zur Psychotherapie“ unter http://www.bptk.de/fileadmin/user_upload/Patienten/Druckerzeugnisse/BPtK-Broschuere_Wege_zur_Psychotherapie.pdf