Mediationsforschung

Die Arbeitsgruppe Mediationsforschung ist am Arbeitsbereich Psychologie und Pädagogik (Leiter: Prof. Dr. P. Kaiser) in der Fakultät I der Universität Vechta angesiedelt.

Sie wurde gegründet um die „Prospektive Kieler Longitudinalstudie zu Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Mediation (PROKLOS)“  durchzuführen. Inzwischen werden hier weitere Forschungsaktivitäten im Zusammenhang Konfliktmanagement und Mediation betrieben und Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten sowie Ausbildungsprogramme für Konfliktmanagement und Mediation in Hamburg, Seoul und Vechta durchgeführt.

In Kooperation mit der Gesellschaft für Systemische Psychologie e. V., dem Institut für Familienpsychologie Oldenburg und dem Institut für Systemische Organisationsberatung Oldenburg bieten wir Konfliktmanagement und Mediation in verschiedenen Problemfeldern an

Konfliktmanagement und Mediation

Da Menschen und Systeme verschieden sind, sind auch ihre Ziele und Interessen unterschiedlich, was Konflikte zum Normalfall macht. Es kommt also meistens nicht auf die Vermeidung von Konflikten, sondern einen konstruktiven Umgang und die Vorbeugung destruktiver Eskalationen an. Wir bieten daher Anleitung und Unterstützung zu konstruktivem Konfliktmanagement an.

Mediation ist ein Beratungsverfahren, das Konfliktparteien hilft, eine streitige Problemlage durch eine einverständliche Lösung zu bewältigen und eigenständig und selbstverantwortlich gedeihliche Regelungen ihrer Konflikte zu finden, hinter denen sie einvernehmlich zu stehen bereit sind. Wegen ihrer nachgewiesenen Effektivität und Effizienz spart Mediation seelische Belastungen und Kosten. Mediation kann helfen, gerichtliche Auseinandersetzungen bereits im Vorfeld zu vermeiden, ist aber auch für Fallkonstellationen geeignet, in denen gerichtliche Verfahren keine befriedigende Konfliktregelung erwarten lassen. Mediation gehört wegen ihrer vielen Vorteile in den meisten Bundesländern  und Gerichtssparten auch zum Dienstleistungsangebot der Gerichte.

Vorgehen

Viele Betroffene können ihre Sichtweisen, Anliegen und Interessen nur sehr begrenzt artikulieren und die Komplexität der Probleme nicht genügend überblicken.

Die Teams des Instituts für Familienpsychologie und des Instituts für Systemische Organisationsberatung bieten allen Beteiligten dabei Hilfe und einfühlsame Unterstützung, um zu einer soliden Bestandsaufnahme der Gesamtsituation und der strittigen Themen zu gelangen.

Ausgehend von den Interessen der Parteien sind wir durch Anleitung und Moderation beim Entdecken von Gemeinsamem und Trennendem, wie auch beim Setzen von Prioritäten behilflich. So lernen die Konfliktpartner, sich selbst und einander besser zu verstehen. Umfassendes Verständnis der Problematik ist eine wesentliche Voraussetzung sinnvoller Regelungen, die wir Schritt für Schritt gemeinsam erarbeiten und aushandeln.

Zur Sicherung der professionellen Unabhängigkeit und Neutralität enthalten wir uns zugleich eigener Bewertungen oder der Parteinahme (s. auch Konfliktmanagement  und Mediation in der Familie und ausführlicher  Kaiser & Onnen-Isemann, 2007; Kaiser, 2018).

Wissenschaftliche Ausbildung „Evidenzbasierte Mediation“

Die Gesellschaft für Systemische Psychologie (GSP) e.V. bietet in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Mediationsforschung der Universität Vechta, dem Hamburgischen Richterverein e.V. und dem Vechtaer Institut für Forschungsförderung (VIFF) e.V. eine wissenschaftliche Ausbildung „Evidenzbasierte Mediation“  mit dem Abschluss

„Zertifizierte Mediatorin / Zertifizierter Mediator“ an.

  • Dauer: ca. 11 Monate
  • Umfang: 226 Ausbildungsstunden (incl. 10 x 4 Stunden Supervision und 10 x 4 Stunden Intervision)
  • Zeiten: Freitagnachmittag / Samstag (ca. einmal monatlich, außerhalb der Schulferien)
  • Abschluss: Zertifikat „Zertifizierte Mediatorin bzw. Zertifizierter Mediator“ i. S. d. Mediationsgesetzes/ZMediatAusbV

Die Teilnehmerzahl für die Ausbildung ist begrenzt.

Näheres bei peter.kaiser@uni-vechta.de